JVA Halle

Die JVA Halle

 

K u r z b e s c h r e i b u n g

Anschrift                                                                 

Justizvollzugsanstalt Halle

Am Kirchtor 20

06108 Halle

 

 

 Zweckbestimmung

 

Die Justizvollzugsanstalt Halle, Hauptanstalt, ist eine Anstalt des geschlossenen Vollzuges für männliche erwachsene Straf- und Untersuchungsgefangene und weibliche Untersuchungsgefangene sowie für den offenen Frauenvollzug.

Zur Justizvollzugsanstalt Halle gehören die Nebenstelle in der Wilhelm-Busch-Straße und eine in das Terrain der Nebenstelle integrierte Sozialtherapeutische Abteilung.

 

Die Nebenstelle ist eine Anstalt des geschlossenen und offenen Vollzuges für männliche Erwachsene.

 

Die Sozialtherapeutische Abteilung der Justizvollzugsanstalt ist die einzige des Landes Sachsen-Anhalt.

Sie ist eine Abteilung des geschlossenen Vollzuges und zur Aufnahme von männlichen Strafgefangenen bestimmt, wenn die Behandlung in einer sozialtherapeutischen Anstalt angezeigt ist (§ 9 StVollzG).

 

Geschichte

Hauptanstalt, Am Kirchtor 20

 

 

Porphyrgestein und rote Ziegelsteine sowie die Silhouette eines Ochsen gaben dem Bereich der  JVA Halle, Am Kichtor,  im Volksmund den Namen „Roter Ochse“.

1836 erfolgte die Grundsteinlegung, 1842 die Eröffnung als preußisch-königliche Strafanstalt für lange Zuchthausstrafen.

 

Am 01.02.1885 wurden im Hof der Strafanstalt die Anarchisten Reinsdorf und Küchler hingerichtet, die an dem Attentat auf Kaiser Wilhelm I. beteiligt waren.

 

Am 19.03.1939 erging eine Verfügung des Justizministeriums, die Strafanstalt ab November 1942 als Hinrichtungsstätte zu nutzen.

Die Hinrichtungen erfolgten durch Erhängen oder durch das Fallbeil.

Ab 1944 wurden zusätzlich auf dem Schießstand in der Dölauer Heide Erschießungen ausländischer Bürger durchgeführt. Die zum Tode Verurteilten kamen u.a. aus Plötzensee, dem Wehrmachtsgefängnis Torgau und dem Zuchthaus Kassel/Wehleiten.

Zum Kriegsende wurde das Zuchthaus Halle von amerikanischen Streitkräften übernommen.

 

Ab Juli 1945 bis ins Jahr 1950 wurde die Strafanstalt durch Einheiten der Roten Armee und der SMAD/SMT genutzt.

 

Im Juni 1950 erhielt der Strafvollzug den Auftrag, einen Teil des Objektes, Am Kirchtor 20, von den sowjetischen Einheiten zu übernehmen. Dieses Objekt wurde als Außenstelle Halle der Anstalt Torgau angegliedert.

 

Im Oktober 1950 musste die Anstalt innerhalb von 24 Stunden geräumt und einem Beauftragten des Ministeriums für Staatssicherheit übergeben werden.

 

Mitte Oktober 1952 wurde ein Teil der Anstalt vom MfS dem Ministerium des Innern, Hauptabteilung Strafvollzug, übergeben. Die Bereiche Kirchtor 20 a bis d verblieben beim MfS. Seit dieser Zeit existierten zwei voneinander unabhängige Einrichtungen, die Strafvollzugseinrichtung Halle und die Dienststelle des MfS Halle.

 

Die ehemalige StVE Halle war eine Strafvollzugseinrichtung mit ca. 470 Haftplätzen für weibliche erwachsene Gefangene mit Freiheitsstrafen ab 2 Jahre.

Mit der Übernahme der Anstalt „Am Kirchtor 20“ durch das Ministerium des Innern im Jahre 1952 wurde die bis dahin selbständige Untersuchungshaftanstalt Halle, Hansering 16, der StVE als Untersuchungshaftabteilung angegliedert.

Die Abteilung Hansering wurde auf Grund des desolaten Bau- und Sicherheitszustandes am 16.09.1995 aufgegeben. Die Untersuchungsgefangenen wurden in die Hafthäuser 1.2 und 2.0 der Anstalt „Am Kirchtor“ verlegt.

 

In der ehemaligen Dienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit waren eine Untersuchungshaftabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit, eine Behörde zur Autobahnüberwachung sowie eine Einheit zum Empfang und zur Auswertung von Fernsehsendungen der Bundesrepublik Deutschland untergebracht. Alle Behörden bzw. Einrichtungen waren voneinander getrennt und unterlagen strengster Geheimhaltung. Mit Zuordnungsbescheid der Vermögenszuordnungsstelle Halle vom 26.04.1993 wurden die vom Ministerium für Staatssicherheit genutzten Gebäude wieder der Justizvollzugsanstalt Halle zugeordnet.

Ein Teil der vom Ministerium für Staatssicherheit genutzten Gebäude dient seitdem als Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus und des Stalinismus.

 

Darüber hinaus befindet sich seit 1995 auf dem Gelände der JVA Halle die Jugendarrestanstalt des Landes Sachsen-Anhalt.

 

Am 01.06.1998 wurde das unmittelbar neben der Anstalt gelegene Gebäude, Kirchtor 21 vom Land Sachsen-Anhalt erworben. Es dient heute als offener Vollzug für weibliche Gefangene.

 

Nebenstelle, Wilhelm-Busch-Straße

 

Die ehemalige Jugendanstalt Halle (jetzt JVA Halle – Nebenstelle Wilhelm-Busch-Straße) wurde am Stadtrand von Halle auf einem Teil des ehemaligen Flugplatzes der „Siebel-Flugzeugwerke“ in sogenannter „Plattenbauweise“ errichtet. Am 01.04.1971 wurde die Anstalt als „Jugendhaus“ für straffällig gewordene Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren ihrer Bestimmung übergeben.

In der Zeit von 1976 bis 1989 wurde die Anstalt u.a. um folgende Gebäude bzw. Bereiche erweitert:     2 Hafthäuser

                1 Produktionshalle

                1 kombiniertes Wach- und Verwaltungsgebäude

                1 Freizeitzentrum.

 

Mit der Bildung des Landes Sachsen-Anhalt wurde das Jugendhaus in Jugendanstalt umbenannt.

 

Am 14.10.2002 wurde die neue Jugendanstalt in Raßnitz als Nachfolgeeinrichtung der Jugendanstalt Halle in Betrieb genommen.

 

Die bisherige Jugendanstalt Halle wurde zum gleichen Zeitpunkt in die JVA Halle III umbenannt. Mit Wirkung vom 01.03.2010 wurde die Justizvollzugsanstalt Halle III auf Grund des Gesetzes über die Justizvollzugsanstalten in Sachsen-Anhalt (JVAG LSA) in die JVA Halle (ehemals JVA Halle I, Hausanschrift Am Kirchtor 20, 06108 Halle (Saale)) eingegliedert und trägt die Bezeichnung JVA Halle Nebenstelle Wilhelm-Busch-Straße.  

 

Sozialtherapeutische Abteilung (wurde zwischenzeitlich komplett in die JVA Burg verlegt)

 

Die JVA Halle II – Sozialtherapeutische Anstalt – (jetzt Sozialtherapeutische Abteilung) wurde im Norden von Halle (Stadt­teil „Frohe Zukunft“) auf dem Gelände der damaligen Jugendanstalt Halle (heute: JVA Halle - Nebenstelle Wilhelm Busch Straße) gebaut. Sie ist die einzige sozialtherapeutische Abteilung des Landes Sachsen-Anhalt.

 

Mit dem Bau der Anstalt wurde im Mai 2000 begonnen. Die Inbetriebnahme erfolgte im Septem­ber 2001.

 

Die Grundstücksgröße auf dem Gelände der ehemaligen Jugendanstalt beträgt ca. 6.400 m². Darauf wurde in Modulbauweise ein 3-geschossiges Hafthaus aus Betonfertigteilen neu erbaut.

 

Neben dem Neubau des Hafthauses wurden in der heutigen JVA Halle - Nebenstelle Wilhelm Busch Straße sowohl die BA‑Kammer im Keller des Hafthauses 1 eingerichtet, die Gefangenenküche erweitert, die Werk­halle 3 umgebaut, als auch die Außenanlagen (Bereichsabzäunung, Sportplatz) den Be­dürfnissen der Anstalt angepasst.

 

 

Anlagen und Bauten                                              

Hauptanstalt, Am Kirchtor 20                                                                              

 

Fläche:                                               4,3 Ha

Grundsteinlegung:                             1836

Eröffnung als Zuchthaus:                  1842

 

Anzahl der Gebäude:

 

4 Hafthäuser

2 Verwaltungsgebäude

2 Werkgebäude

1 kombinierter  Pforten- und Verwaltungsgebäude

1 Gebäude Medizinischer Bereich mit Bettenstation

1 Küchen- und Wäschereigebäude

1 Gebäude Jugendarrestanstalt

 

1 Gedenkstätte

 

1 Gebäude offener Vollzug Frauen   

 

Nebenstelle, Wilhelm-Busch-Straße

 

Fläche: 172.734 m², davon

                                                      - innerhalb der Umwehrung:      136.200 m²

                                                      - Bauhofgelände (Norden):           10.150 m²

                                                      - Vorgelände:                                23.294 m²

                                                      - Außerhalb der Umwehrung:         3.090 m²

Anzahl der Gebäude:

 

5 Haftgebäude, davon

      -  3 Haftgebäude sind belegt

- 1 Haftgebäude (Haus 1) wegen baulicher Mängel nicht belegbar und

- 1 Haftgebäude (Haus 2) im Zuge der Eröffnung der JVA Burg und damit   

   einhergehender Neufestsetzung der Belegungsfähigkeit außer Betrieb

 

1 Abteilung des offenen Vollzuges Männer

1 Pforten- und Verwaltungsgebäude mit Kfz-Schleuse

1 Kfz-Schleuse mit Wachgebäude (Notzufahrt)

1 Schule

1 Küchengebäude mit Speisesaal

2 Werkhallen mit Ausbildungs- und Produktionsbereichen

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